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Wildtierschutz verstehen — gemeinsam und individuell lernen

Zahlen zum Artenschutz in Deutschland

Fakten und Forschungsdaten zur Lage der Wildtiere — gesammelt aus nationalen und internationalen Quellen.

Datenbasis

Die Daten stammen aus Bundesumweltamt-Berichten, IUCN-Roten-Listen und unabhängigen Feldstudien. Auch astronomische Beobachtungsmethoden finden Anwendung — etwa zur Erfassung nächtlicher Tierwanderungen via Satellitenbild.

Wildtiere in natürlichem Lebensraum

Kernzahlen auf einen Blick

37 %

der heimischen Wildtierarten gelten als gefährdet

Laut aktuellem Bericht der Bundesanstalt für Naturschutz sind Insekten, Amphibien und Fledermäuse besonders betroffen.

58

Schutzgebiete neu ausgewiesen

Allein in den letzten vier Jahren wurden bundesweit neue Wildtierschutzzonen eingerichtet.

1,2 Mio.

Hektar Lebensraum unter aktivem Schutz

Waldgebiete, Feuchtwiesen und Moorlandschaften bilden den Kern des nationalen Schutznetzes.

14

Arten seit 2000 aus der Roten Liste entlassen

Darunter Fischadler, Seeadler und die Europäische Wildkatze — ein messbarer Erfolg gezielter Schutzmaßnahmen.

Ausgewählte Arten und ihr Schutzstatus

Art Lebensraum Bestandstrend Schutzstatus
Seeadler Seen, Flussauen Zunehmend Erholt
Europäischer Luchs Bergwälder Stabil Gefährdet
Großer Abendsegler Wälder, Stadtrand Abnehmend Stark gefährdet
Biber Flüsse, Bäche Zunehmend Erholt
Moorfrosch Feuchtwiesen, Moore Abnehmend Stark gefährdet
Wildkatze Laub- und Mischwälder Stabil Gefährdet

Seeadler

Lebensraum: Seen, Flussauen

Trend: Zunehmend

Status: Erholt

Europäischer Luchs

Lebensraum: Bergwälder

Trend: Stabil

Status: Gefährdet

Großer Abendsegler

Lebensraum: Wälder, Stadtrand

Trend: Abnehmend

Status: Stark gefährdet

Biber

Lebensraum: Flüsse, Bäche

Trend: Zunehmend

Status: Erholt

Moorfrosch

Lebensraum: Feuchtwiesen, Moore

Trend: Abnehmend

Status: Stark gefährdet

Wildkatze

Lebensraum: Laub- und Mischwälder

Trend: Stabil

Status: Gefährdet

Forschung im Feld: Beobachtung von Wildtieren

Methoden der Bestandserfassung

Die Zählung und Überwachung von Wildtierpopulationen erfolgt über mehrere parallele Verfahren. Feldstudien kombinieren direkte Sichtbeobachtungen mit Kamerafallen, Kotproben-DNA und Telemetrie. Besonders für nachtaktive Arten liefern Infrarot-Sensoren verlässliche Daten.

Satellitengestützte Auswertung Astronomische Bildgebung und Fernerkundung erlauben großflächige Habitatanalysen, die terrestrische Erfassung allein nicht leisten kann.
Langzeitmonitoring Über mehrere Jahre laufende Programme erfassen saisonale Wanderungsbewegungen und Reaktionen auf veränderte Klimabedingungen.

Regionale Unterschiede im Schutzstatus

Die Gefährdungslage variiert stark nach Bundesland und Landnutzungsform. Intensiv bewirtschaftete Agrarregionen zeigen deutlich höhere Artenrückgänge als waldreiche Bundesländer.

Hauptbedrohungen

  • Lebensraumverlust durch Flächenversiegelung
  • Pestizideinsatz in der Landwirtschaft
  • Lichtverschmutzung — stört nachtaktive Arten
  • Fragmentierung durch Verkehrsinfrastruktur

Laufende Maßnahmen

  • Wildtierkorridore an Bundesautobahnen
  • Renaturierung von Flussauen
  • Blühstreifen in Agrarlandschaften
  • Totholzprogramme in Staatsforsten

Offene Datenlücken

  • Bodenfauna in strukturarmen Regionen
  • Wirbellose in urbanen Zonen
  • Bestandszahlen für Kleinsäuger
  • Langzeitdaten Ostdeutschland vor 1990